Ein neues Museum für die Bunzlauer Keramik soll in einem Schloss im Zentrum von Bolesławiec (Bunzlau) entstehen. Für die Sanierung des derzeit leerstehenden Gebäudes erhält die niederschlesische Stadt europäische Fördermittel im Umfang von rund 3,5 Millionen Euro. Bunzlau schloss sich kürzlich dem Netzwerk der „Europäischen Keramikstraße“ an, dem auch andere bedeutende Keramik-Standorte wie Delft in den Niederlanden, Faenca in Italien oder das deutsche Höhr-Grenzhausen angehören.
Die charakteristischen Bunzlauer Muster mit weißen Punkten auf blauem Untergrund oder mit Pfauenaugen sind in aller Welt bekannt. Die ältesten bekannten Keramikarbeiten datieren aus dem 13. Jahrhundert. Heute produzieren mehrere Manufakturen die begehrten Waren aus dem in der Region geförderten weißbrennenden Ton. Original Bunzlauer Keramik wird in die USA, auf die arabische Halbinsel und sogar nach Japan verkauft. Jedes Jahr im August widmet sich ein großes Festival in der Stadt der Bunzlauer Keramik.
Durch den Beitritt zum europäischen Netzwerk will Bunzlau sich und seine Keramik künftig noch stärker vermarkten. Mit Hilfe der Fördermittel soll das derzeit leerstehende dreiflügelige Schloss in der ul. Zgorzelecka saniert werden. Das 1857 errichtete Gebäude befand sich einst im Besitz des Grafen Eduard von Pückler, wurde bis vor wenigen Jahren als Sonderschule genutzt und steht seitdem leer. Dort soll künftig die umfangreiche Sammlung des Bunzlauer Keramikmuseums in einem repräsentativen Rahmen gezeigt werden. Außerdem soll das Gebäude Platz für Konferenzen, Vorträge und Workshops bieten.
Bislang zeigt das Keramikmuseum seine Sammlung in dem einstigen Stadtmuseum in der ul. Mickiewicza. Zu den Ausstellungsstücken gehört auch eine Nachbildung des legendären „Großen Topfs des Meisters Joppe“ von 1753, der eine Höhe von mehr als zwei Metern und ein Volumen von fast 2.000 Litern hat. Das Original wurde 1945 zerstört.
Weitere Reise News aus Polen
Ustroń erhält neues Gradierwerk
Der Kurort Ustroń in den Schlesischen Beskiden ist um eine Attraktion reicher. Unlängst wurde im Kurpark an der Weichsel ein kleines Gradierwerk fertiggestellt.
Schlossturm in Stettin nach Restaurierung wieder offen
Der Glockenturm des herzoglichen Schlosses in Stettin ist nach mehrjährigen Instandsetzungsarbeiten wieder offen. Die Aussichtsplattform ist von April bis September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Polonaise zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen
Die Polonaise gehört seit kurzem zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Offiziell aufgenommen wurde der traditionelle Tanz während der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses der UNESCO in Botswana.


