Preise für Wallboxen laut ADAC Untersuchung gesunken

Elektroauto beim Ladevorgang an einer Wallbox
Elektroauto beim Ladevorgang an einer Wallbox. Bild: Eren Goldman/Unsplash

Das Elektroauto an einer Wallbox statt an der Haushaltssteckdose zu laden ist nicht nur sicherer und komfortabler, es ist auch effizienter, weil es weniger Ladeverluste gibt. Neuerdings sind die Preise für gute Wallboxen deutlich gesunken, so dass sich die Anschaffungskosten nach kurzer Zeit amortisiert haben können. Der ADAC erklärt, was bei günstigen Wallboxen zu beachten ist.

Vor einigen Jahren lagen die Anschaffungskosten noch im oberen dreistelligen Bereich, was die Bundesregierung seinerzeit sogar zu einer staatlichen Förderung veranlasst hat. Inzwischen gibt es Wallboxen bereits im Preisbereich zwischen 200 und 400 Euro zu kaufen, wie eine aktuelle ADAC Recherche in diversen Online-Shops und bei Discountern zeigt. Der Mobilitätsclub hat 2021 und 2022 bereits einige dieser jetzt preisreduzierten Wallboxen in ähnlicher Bauversion getestet und für gut befunden, darunter Modelle von ABL, Vestel, KEBA und Heidelberg.

Eine günstige Wallbox kann sich durch wesentlich geringere Ladeverluste im Vergleich zum Laden an einer Haushaltssteckdose in wenigen Jahren rechnen. Ladeverluste sind beim E-Auto-Laden unvermeidbar; das bedeutet, dass mehr Strom aus dem Netz entnommen wird (und bezahlt werden muss), als tatsächlich in den Akku eingespeist wird. Die Ladeverluste entstehen durch den Betrieb von Steuergeräten, aber zum Beispiel auch durch Wärmeverluste. Der ADAC hat in einer Untersuchung beim Wallboxladen – je nach Fahrzeug – Ladeverluste zwischen 6 und 10 Prozent ermittelt. Beim Laden an einer Haushaltssteckdose lagen die Verluste zwischen 13 und 24 Prozent. Ein Grund: Der Ladevorgang an einer Wallbox mit 11 kW ist circa viermal schneller als das Laden an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW. Somit sind auch die Steuergeräte im Fahrzeug kürzer aktiv und verbrauchen weniger Strom, was bares Geld spart.

Ein Beispiel: Bei einem Ladebedarf von 2000 kWh jährlich und einem Strompreis von 40 Ct/kWh belaufen sich die Kosten für die Ladeverluste bei 8 Prozent (160 kWh) an einer Wallbox auf 64 Euro. Bei einer Haushaltssteckdose mit 15 Prozent Ladeverlust (300 kWh) zahlt man 120 Euro – also knapp das Doppelte.

Jedoch nicht nur aus Kosten-, sondern auch aus Sicherheitsgründen sollten E-Autofahrende das regelmäßige Laden an Haushaltssteckdosen vermeiden. Heimische Leitungen sind im Regelfall nicht für hohe Dauerbelastungen ausgelegt, es könnte zu Überhitzungen oder sogar Kabelbränden kommen.

Wichtig beim Kauf einer Wallbox: Seit Jahresbeginn müssen diese gemäß Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) steuerbar sein und mindestens einen Steuerungseingang oder eine Schnittstelle haben, über die der Netzbetreiber bei potenzieller Netzüberlastung eingreifen kann. Bei Engpässen darf er die Leistung auf 4,2 kW reduzieren, allerdings die Wallbox nicht ganz abschalten.

Grundsätzlich muss die Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber angemeldet werden; verfügt sie über mehr als 11 kW Ladeleistung, ist sie außerdem genehmigungspflichtig. Generell darf nur eine qualifizierte Elektrofachkraft eine Wallbox installieren. Wichtig ist zudem eine Konformitätserklärung des Herstellers, die entweder beiliegt oder per Download abrufbar ist. Damit ist gewährleistet, dass der Hersteller die Verantwortung dafür übernimmt, dass das verkaufte Produkt geltendem EU-Recht entspricht.

  • Letzte Beiträge

  • Anzeige

  • Kategorien

  • Teile diese Reise News:

    Facebook
    Twitter
    LinkedIn
    Email
    WhatsApp

    Weitere Reise News vom ADAC

    ADAC Pannenzahlen 2024 gestiegen

    Im Jahr 2024 absolvierten die Gelben Engel 3.633.154 Pannenhilfen, 102.096 (2,9 Prozent) mehr als im Jahr 2023. In rund 45 Prozent aller Fälle war eine defekte oder leere Batterie für den Notruf verantwortlich, bei 22 Prozent aller Pannen versagten Motor, Motormanagement oder Hochvoltsystem.

    Weiterlesen »

    ADAC Tourismusstudie 2025

    Die ADAC Tourismusstudie 2025 zeigt: nach Jahren der Verunsicherung durch Pandemie und trotz globaler Krisen hat sich das Reiseverhalten weitgehend normalisiert. 58 Prozent der Deutschen haben 2024 eine Urlaubsreise unternommen, ein Wert, der dem Vorkrisenniveau entspricht.

    Weiterlesen »

    Hier geht es zur Übersicht sämtlicher auf travelio.de veröffentlichter Reise News vom ADAC.

    Magazinbeiträge zum ADAC

    Übersicht aller auf travelio.de veröffentlichter Magazinbeiträge vom ADAC.

    Diese Reise News könnten dich auch interessieren

    Frühlingsfest „Berchtesgaden blüht auf 2025“

    Am 12. April 2025 lädt das Frühlingsfest „Berchtesgaden blüht auf“ von 14 bis 19.30 Uhr in den Kurgarten ein. Besucher können sich auf kulinarische Köstlichkeiten von verschiedenen Anbietern sowie auf Live-Musik von den Bands Nevermore und Blueprint freuen.

    Weiterlesen

    Zeitreise durch 400 Jahre Schloss Eggenberg

    Zum 400. Geburtstag wird Schloss Eggenberg im Rahmen der Steiermark Schau 2025 (vom 26. April bis 2. November 2025) zum Ort einer innovativen Ausstellung. Unter dem Motto „Ambition & Illusion“ wird die bewegte Geschichte des Schlosses aus neuen Blickwinkeln beleuchtet.

    Weiterlesen

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert