Chiemsee mit Blick auf die Berge
Der Chiemsee ist der größte und bekannteste See in Bayern. Bild: © Chiemgau Tourismus e.V.

Chiemsee

Mit einer Fläche von rund 80 Quadratkilometern ist der Chiemsee, der häufig auch das „Bayerische Meer“ genannt wird, der größte und wohl auch bekannteste See in Bayern (und gleichzeitig auch der drittgrößte See Deutschlands). Bei Einheimischen und Urlaubern ist er vor allem wegen seiner einzigartigen Natur, dem sauberen Wasser sowie die beiden Inseln Frauen– und Herrenchiemsee so beliebt. Seine Lage mit dem direkt angrenzenden Alpenvorland – immer in Sichtweite der ersten Bergketten – und die schier unerschöpflichen Freizeitmöglichkeiten haben ihn zu einem der beliebtesten Reiseziele in Deutschland gemacht. Um ihn herum finden Besucher nicht nur Moore, Almen und idyllische Landschaften, sondern auch authentisches Brauchtum und Hochkultur. Die Jahrzehnte alten Traditionen werden vor allem in den kleineren Ortschaften intensiv gepflegt.

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Entstanden ist der Chiemsee gegen Ende der Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren. Gletscherzüge schufen die landschaftsprägenden Elemente der heutigen Urlaubsregion Chiemsee-Alpenland: Berge, Hügel, Seen, Moore und mehr. Die ersten Bewohner der beiden Chiemsee-Inseln waren Nonnen und Mönche, und gaben den Inseln ihre Namen. Schon im 8. Jahrhundert lebten sie auf den Inseln hinter dicken Klostermauern – die Nonnen auf der Frauen-, die Mönche auf der Herreninsel. Die Benediktinerinnen bewohnen das Kloster auf Frauenchiemsee noch heute, unbeeindruckt vom Ansturm der Künstler im 19. Jahrhundert und dem der Sommerfrischler hundert Jahre später. Aus dem Augustiner-Chorherrenstift ist indes ein Museum geworden: Neben den Werken der Chiemseemaler gibt es auch die blauen Zimmer, in denen König Ludwig II. zeitweise gewohnt hat, zu sehen. Außerdem kann der geschichtsträchtige Raum, in dem 1948 die deutsche Verfassung entstanden ist, besichtigt werden.

Chiemsee-Inseln aus der Luft
Chiemsee-Inseln aus der Luft. Bild: © Chiemsee-Alpenland Tourismus, Rainer Nitzsche

Nach mehrjähriger Bausanierung öffnete die Bayerische Schlösserverwaltung 2021 den sogenannten ehemaligen Inseldom wieder für die Öffentlichkeit. Im Rahmen von Führungen kann so von April bis Oktober die ehemalige Stiftskirche der Augustiner-Chorherren besichtigt werden.

Chiemseewasser mit Trinkwasserqualität

Der Chiemsee gilt aufgrund des 1989 gebauten Ringkanals, als einer der saubersten Seen Deutschlands. In seinem kristallklaren Wasser bleibt man gerne auch länger. So ist er ein beliebtes Revier für Schwimmer, Segler, Surfer, Kajakfahrer, Paddler und Stand-Up-Paddler. Entlang seiner flachen Ufer tummeln sich an schönen Sommertagen spielende Kinder und erholungssuchende Erwachsene. Nur Elektroboote sind zur Fortbewegung erlaubt, um Mensch und Tier nicht unnötig zu stören. Ausnahmen gibt es für die Fischer und die Wasserwacht sowie für die Schiffe der Chiemsee-Schifffahrt, die das Festland ganzjährig mit den Inseln verbinden.

Der „Kini“

Am stärksten hat den Chiemsee sicherlich König Ludwig II. von Bayern geprägt, der „Märchenkönig“, dessen Verbindung zur Region mit einem Eilbrief begann. Darin stand, die ganze Insel Herrenchiemsee solle abgeholzt werden. Die Bewohner der Region baten den Monarchen um Hilfe, die prompt kam: Der „Kini“ rettete die schöne Insel aus den Fängen eines Holzhändlers. Erst später entdeckte er sie als Standort für sein letztes Prunkschloss – das Schloss Herrenchiemsee. In den späteren Jahren seiner Regentschaft wurde König Ludwig II. zum Nachtmenschen. Er schlief tagsüber und wachte nachts. Die Führung „Mondkönig-Märchenkönig“, angeboten in den Vollmondnächten der Sommermonate vom Tourismusbüro Prien am Chiemsee, trägt dieser monarchischen Eigenheit Rechnung. Wie es ist bei Kerzenschein auf der nächtlichen Herreninsel zu wandern, lässt sich bei dieser Gelegenheit gut nachempfinden.

Schloss Herrrenchiemsee Sehenswürdigkeit Chiemsee-Alpenland
Das Schloss Herrrenchiemsee ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in der Region Chiemsee-Alpenland. Bild: © Chiemsee-Alpenland Tourismus, Bayerische Schlösserverwaltung

Einmal rundherum - das Chiemseeufer

Der Chiemsee steht unter besonderem Schutz nicht nur der Behörden, sondern auch der Einheimischen selbst. Diesem hartnäckigen Schutz ist es zu verdanken, dass weiteste Bereiche des Ufers frei zugänglich sind. Nicht nur diejenigen, die versteckte Buchten oder familienfreundliche Strandbäder suchen, wissen dies zu schätzen. Auch Spaziergänger und Radfahrer, die den Chiemsee umrunden, genießen den freien Blick auf See und Berge. Rund 60 Kilometer ist die Strecke lang. Die meisten bewältigen sie an einem Tag. Der Chiemsee Radweg ist ideal für sportliche Radler oder E-Biker und ist besser asphaltiert als der gemütlichere Chiemsee Rundweg, der vor allem den Fußgängern vorbehalten ist. Wer ein wenig „Verstärkung“ benötigt, ist im Sommer mit dem Bus „Chiemseeringlinie“ gut beraten, um einzelne Etappen abzukürzen. Ein einzigartiges Naturschauspiel bietet das in karibischen Farben schimmernde Mündungsdelta der Tiroler Achen. Hierzu werden spezielle Bootsfahrten der Chiemsee-Naturführer angeboten.

Ausflugsdampfer auf dem Chiemsee bei Sonnenuntergang
Ein Ausflugsdampfer fährt auf dem Chiemsee dem Sonnenuntergang entgegen. Der Chiemsee ist der größte und wohl bekannteste See in Oberbayern. Bild: © Chiemsee-Alpenland Tourismus

Moorgebiete rund um den Chiemsee

Im Süden und im Norden des „Bayerischen Meeres“ liegen ausgedehnte Moore. Ein Besuch lohnt sich. Die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte, das älteste Naturschutzgebiet Bayerns, ist ein weitgehend unangetastetes Idyll mit 17 Seen und noch viel mehr seltenen Pflanzen und Tieren. In aller Stille leben hier mehr als 40 von 70 in Bayern bekannten Libellenarten. Eine Biologin nimmt Besucher mit und führt sie zu den Orten, an denen Adonislibelle und Moosjungfer ihre verschwiegenen Verstecke verlassen.

Naturschutzgebiet Eggstätt-Hemhofer Seenplatte
Die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte: ältestes Naturschutzgebiet in Bayern. Bild: © Chiemsee-Alpenland Tourismus

Weiter im Westen liegt die „Sterntaler Filzn“, ein kleines Entdeckungsparadies für Kinder. Sie ist Teil der Rosenheimer Stammbeckenmoore, einem der größten Moorkomplexe in Europa. Nicht von ungefähr liegt hier auch Bayerns ältestes Moorheilbad: Bad Aibling. Der Arzt Desiderius Beck gründete hier im Jahr 1845 die erste bayerische „Sole- und Moorschlamm-Badeanstalt“. Die Vielfalt natürlicher Heilmittel wie Moor und Schwefelthermalwasser ist dafür verantwortlich, dass sich Gesundheitssuchende seit Jahrzehnten von der Gegend am Alpenrand angezogen fühlen. Der hohe Erholungswert intakter Natur und charmanter Landschaft kommt auch vielen Patienten zugute, die zur Rehabilitation in einer der vielen Kliniken zu Gast in der Region sind.

Brauchtum und Tradition

Bayerisches Brauchtum wird rund um den Chiemsee echt und authentisch gelebt. Ein besonderes Highlight im Jahreskreis stellt für Gäste und Einheimische das beliebte und traditionsreiche Rosenheimer Herbstfest, auch gern „die Rosenheimer Wies’n“ genannt, dar. Rund eine Million Besucher lockt das Herbstfest jedes Jahr aufs Neue. Traditionell mit regionalen Spezialitäten sind auch die vielen Bauernmärkte und der bekannte Apfelmarkt in Bad Feilnbach. Weitere Höhepunkte sind die berühmten Gaufeste der Trachtenverbände im Chiemsee-Alpenland: Gaupreisplattln, prächtige Trachten, traditionelle Tänze, Festzüge, Brotzeiten und Schmankerl, machen den Besuch eines Gaufestes zu einem unvergesslichen Ereignis.

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